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Vitales Barock trifft auf poetischen Jazz




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Cristin Claas und Mittelsächsische Philharmonie sorgen in Mittweidaer Bürkel-Halle für musikalisches Feuerwerk
(Freie Presse, Mittweidaer Zeitung, 05.05.2008)

Was haben Vivaldi und Jazz gemeinsam? Am Freitagabend zumindest ein mehr als 100 Mann zählendes Publikum, ein Orchester und den gleichen Raum: die Bürkelhalle der Johann-Gottlieb-Fichte-Mittelschule in Mittweida. Denn dort fand an diesem Tag das 6. Sinfoniekonzert „Vivaldi meets Jazz“ statt, das von der Mittelsächsischen Philharmonie zusammen mit der Sängerin Cristin Claas und dem Ensemble l´arc six inszeniert wurde.

Doch scheint es mehr Gemeinsamkeiten zwischen dem venezianischen Komponisten und dem Jazz zu geben. „Es ist die barocke Improvisationslust, die sich mit der des Jazz und dessen Spielfreude optimal vermischt“, erklärte Dirigent Jan Michael Horstmann. Gleichzeitig bilden sie aber einen kompletten Gegensatz, die vitale Vivaldi-Musik und das Poetische von Cristin Claas. Und tatsächlich: Man hatte das Gefühl, als explodiere ein wahres musikalisches Feuerwerk, mal unterbrochen und mal verstärkt von Cristin Claas’ Gesang. „Wir haben unendlich viel Zeit“, sang sie. Und was den Abend anging, schien es auch zu stimmen. Nach einem fast dreistündigen Konzert ließen sich die Mitwirkenden nicht lange um Zugaben bitten. Was die Kooperation mit der Mittelsächsischen Philharmonie betrifft, war das Konzert am Freitag der letzte von drei gemeinsamen Auftritten. Vorerst, wie Cristin Claas betonte. „Wir sind sehr traurig, daß es schon das letzte Konzert ist“, sagte die Sängerin. Doch es seien weitere derartige Kooperationen geplant: Mit Hamburg, Dessau und Leipzig nannte sie einige Stationen für das Jahr 2009. „Und sicher auch gern wieder in Freiberg, Döbeln und Mittweida“, fügte der Texter und Komponist Jörg Naumann hinzu. Dem Publikum wäre das mit Sicherheit eine Freude, stand es doch am Ende sogar, um den Musikern zu applaudieren.

„Es war ganz toll. Die Stimme der Sängerin ist einfach genial. Sie geht mitten ins Herz. Und Vivaldi wirkte so richtig frisch“, erzählte Karin Schubert aus Mittweida begeistert. Auch Holger Pfahlbusch aus Mittweida zeigte sich angetan: „Es ist sehr gut. Meine Frau und ich hat vor allem die Kombination aus Vivaldi und Jazz interessiert.“ Dennoch fühlten sich einige der Gäste etwas fehl am Platz. „Es ist für uns nicht so das Richtige. Es ist einfach zu laut. Wir wollten es aber dennoch gern erleben“, erzählte eine Rentnerin aus Mittweida. Sie bereue den Abend zwar nicht, gehe aber lieber in die Oper.

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