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Sinfoniekonzert der Mittelsächsischen Philharmonie mit Konzerten von Antonio Vivaldi und Songs von Cristin Claas
(Döbelner Allgemeine Zeitung, 28.04.2008)
Manchmal wird Mut sofort belohnt: „Vivaldi meets Jazz“ nannte Jan Michael Horstmann das ungewöhnliche Programm des jüngsten Sinoniekonzertes, in dem Konzerte von Antonio Vivaldi neben den jazzigen Grenzgängen von Cristin Claas standen. Eine Mischung, die die Döbelner überzeugte. Denn 220 zahlende Besucher im Theater sind zumindest in Sachen Sinfoniekonzerte ein Rekord.
Da braucht es nicht viel, um aus dem Auftritt einen jener Abende zu formen, von denen diejenigen, die dabei waren, noch lange schwärmen: Trotz regulärer drei Konzertstunden erkämpften sich die Zuhörer einen 30-minütigen Zugabenteil, in dem Sängerin, Band und Mittelsächsische Philharmonie noch einmal aus dem Vollen schöpfen konnten.
Das Rezept ist einfach: Man nehme eine gut aussehende Sängerin, die zudem auch eine wundervolle Stimme hat und schon nach wenigen Tönen das gesamte Publikum um den Finger gewickelt hat. Man nehme mit „l´arc six“ eine Band dazu, die einen Klang erschafft, der sich erfreulich vom Alltagsgedudel abhebt. Und schließlich mixe man das Ganze noch mit dem Breitwandsound, den nur ein Sinfonieorchester bieten kann.
Fertig ist das Konzept, das sowohl in zarten Songs wie „Es geht ein Windhauch“ als auch in kraftvolleren Stücken und selbst in den klangvollen Volksliedbearbeitungen („Wenn ich ein Vöglein wär“) immer wieder Überraschungen parat hält. Denn über allem schwebt dieser einzigartige zarte Sopran, mit dem Cristin Claas nicht nur ihre Songs würzt, sondern auch alle Zwischenansagen in Töne kleidet. Keine Frage: Die Zuhörer würden wohl selbst dann noch gebannt an den Lippen der sinnlichen Sängerin hängen, wenn diese nur die Ansetzungen der zweiten Fußball-Kreisklasse vortrüge. Vorausgesetzt, sie würde auch diese singen ...
Neben der gefeierten Cristin Claas gab´s natürlich auch noch jede Menge Vivaldi - und hier konnten sich gleich einige Musiker der Philharmonie als Solisten präsentieren: Silviu Dragus und Michael Fallenstein in einem Doppel-Cellokonzert mit spannenden Kadenzen des Dresdner Komponisten Rainer Lischka sowie Carol Fatyol und Ingolf Barth in einem Konzert für zwei Trompeter und Streichorchester.
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