Presse
Die Zahl der Perfektion ist die Sieben



HOME
Termine
Band
Galerie
Hörproben
Presse
Shop
Gästebuch
Kontakt

Band L'Arc Six trifft den Schweden Nils Landgren - Neuer Besucherrekord in Dessau

Von Andreas Hillger,
("Mitteldeutsche Zeitung", 03.03.2006)


Dessau/MZ. Eines der schönsten deutschen Gedichte macht eine simple Rechnung auf: "Sieben Rosen hat der Strauch, / sechs gehör'n dem Wind", zählte Bertolt Brecht, "aber eine bleibt, dass auch / ich noch eine find'." Als diese rührend schlichten Verse am späten Donnerstag zum Gewölbe der Dessauer Marienkirche aufstiegen, bekam der altvertraute Name der Band L'Arc Six plötzlich neuen Sinn. Und als sich nach der letzten Zeile "komm' auf ein Wort" eine Posaune in den Klang mischte, war die Vollkommenheit erreicht.

Es ist dem Kurt-Weill-Fest zu verdanken, dass sich die Band mit Sängerin Cristin Claas und Pianist Christoph Reuter, Saxophonist Jörg Naumann und Cellist Gerald Manske, Drummer Thomas Rüdiger und Gitarrist Stephan Bormann noch einmal neu erfinden konnte. Was über Jahre in eigenen Songs zur Perfektion gereift war, fand in der Begegnung mit Brechts Texten und Weills Musik zu einer ungeahnten Freiheit und Vielfalt des Musizierens. Nie waren die Flächen weiter und die Melodien verführerischer, die Rhythmen überraschender und die Soli virtuoser. Und nie zuvor stand ein derart prominenter Partner bescheiden im Mittelpunkt.

Dass sich Nils Landgren als Siebter im Bunde wohl fühlte, war seinem Spiel anzuhören. Der Schwede ließ den Ton seiner roten Posaune wie eine Fahne über dem Set flattern, er setzte massive Klangsäulen unter die fragile Architektur - und er las Cristin Claas in "Here I'll stay" den Text von den Lippen ab. Bei "My Ship" war er unter Volldampf der Obermaschinist, bei "Mackie Messer" der Erste unter Gleichen. Und am Ende zollte er den Gastgebern Applaus, die ihn so perfekt in Szene gesetzt hatten.

Dass der Sprecher Andreas Hüttner von der Band zur "Erinnerung an die Marie A." getragen wurde, während Cristin Claas sich selbst in immer neue Sphären trug, machte das Glück perfekt. Wie aber hieß das Programm der glorreichen Sieben? "Die Liebe fängt erst an". Welch ein Versprechen!

Das 14. Kurt-Weill-Fest geht an diesem Wochenende in Dessau zu Ende. Zentrales Thema der rund 40 Veranstaltungen war in diesem Jahr die Zusammenarbeit des Komponisten mit Bertolt Brecht. Nach Angaben der Veranstaler war die Resonanz des Festes in der Geburtsstadt Weills groß. Bereits zum Start vor einer Woche meldeten die Veranstalter mit 9000 Gästen einen Besucherrekord. 2005 waren während des gesamten Festivals 8500 Musikfreunde gekommen.

^up . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . copyright by l'arc six 2002