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![]() Presse Emotionaler Tiefgang im ureigenen Sound |
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Von Melchior Frank Denn ihre Brötchen verdienen sich die Mitglieder der Gruppe "l''arc six" nicht in der Formation, die zum dritten Mal an gleicher Stelle die Ergebnisse ihrer auf nur wenige Wochen im Jahr beschränkte Zusammenarbeit vorstellte. Im Mix mit einigen Titeln ihrer schon existierenden CDs "saturday afternoon" und "seven wonders". Einmal mehr war in der übervollen Backsteinhalle zu erleben, wie die Musiker abseits von Mainstream und Routine ihr Publikum faszinierten. Eine Hörerschaft von fünf bis 75 Jahren und vor allem eine, in der ausgelaugte Formen kollektiver Anerkennung wie rhythmischer Beifall, stehende Ovation oder geschwenkte Feuerzeuge schon im Keim ersticken. Wieder war sie fleißig, die Kreativabteilung von "l''arc six", in der sich diesmal verstärkt Jörg Naumann engagierte. Dem neuen Programm "lost letters.found" mittels fiktiver Briefe Anspruch zu verleihen war seine Idee. "Beim Briefschreiben artikuliert man sich anders als im Gespräch, das gibt dem Text noch mehr Tiefgang" umreißt der Saxophonist sein Anliegen. Recht hat er. Reflexionen über Schuldfragen, Liebesbeziehungen, stehen gebliebene Uhren stehen im Vordergrund. Unterlegt von Lyrismen, deren unspektakuläre Schönheit auch dann nicht leidet, wenn sich mal ein etwas griffigerer Rhythmus oder ein etwas populärerer Tonfall einstellt. Wieder beweist die Gruppe ihr Gespür für die Dosierung von Anleihen aus wohlbekannten Klang- und Formhülsen: Lupenrein sind Rock, Blues, Funk, Pop oder Jazz bei ihr nicht zu haben, als feine Abrundung des eigenen Sounds sehr wohl. Weshalb dieser auch kaum in eine der vielen Schubladen der Szene passt. Und weshalb mit ihm wohl nicht das große Geschäft zu machen ist. Was die Musiker allerdings auch nicht als erstes im Sinn haben. Gern würden sie das Erarbeitete noch öfter an den Mann bringen. Doch da stehen zum einen knappe Kassen und auch die Terminkalender davor, da, wie erwähnt, jeder in der Band seinen eigenen beruflichen Weg geht. Vielleicht sollte gar nicht sehr an diesem Status quo gelegentlicher Berührungen gerüttelt werden. In jedem Jahr ein derart bemerkenswerter Auftritt mit so grandioser Resonanz und unverwechselbarer Musik, damit können Aktive und Publikum zufrieden sein. Denn bei "l''arc six" haben stets beide Seiten absoluten Genießerstatus. Dieser Stunden machen die Musiker just aus dem Bernburger Theater ein Tonstudio und spielen "lost letters.found" auf CD ein. Deren Absatz scheint gesichert, möchte man ihre Musik doch nicht nur einmal hören: Die überaus wandelbare und ausdrucksstarke Stimme Kristin Wieduwilts, das filigrane Fingerspiel Christoph Reuters auf Flügel und E-Piano, das atmosphärische Grübeln von Jörg Naumann auf seinen Saxophonen und Flöten, die melancholischen Bögen vom "Klassiker" der Truppe Gerald Manske am Cello, die oft auch sehr subtilen Beigaben von Schlagzeuger Thomas Rüdiger. Mit von der Partie sind auch die drei Gäste, die schon bei der Live-Präsentation in einigen Liedern spezifische Akzente setzten: Stephan Bormann, der seiner Gitarre feinnervige Klänge entlockte, Falk Röske mit seinem vielseitigen Percussions-Instrumentarium und René Kutschmann, der sich nach bester Familientradition an einem Tieftöner betätigt, dem Kontrabass. |
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| ^up . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . copyright by l'arc six 2002 |